Beten lernen…

Für jeden von uns ist eine Zeit der Besinnung öfter notwendig, wenn er nicht im Grau des Alltags ganz untergehen möchte. Ab und zu gilt es, in das eigene Haus einzukehren, damit ist das Haus der Seele gemeint, jene inwendige Welt, die man im Getriebe des Alltags nur allzu leicht und allzu schnell aus dem Auge verliert. „Wir bedenken nicht, daß es im Innern eine eigene Welt gibt“ (Burg, 4 W 1, 9), mahnt die hl. Teresa von Avila – und wie recht hat sie damit! Sobald wir versuchen, diese Wahrheit recht zu bedenken, um sodann den Schritt in diese zunächst ganz verborgene innere Welt zu vollziehen, begegnen wir verschiedenen Schwierigkeiten, deren größte heutzutage wohl die dauernde Unruhe ist, dieser beinahe Zwang zu ununterbrochener Geschäftigkeit, wodurch man die Stille schon gar nicht mehr ertragen kann. Man nennt diesen Zwang zu Unruhe und dauernder Geschäftigkeit „Streß“. Dieses Hindernis gilt es also zuerst zu überwinden, will man in das Haus der eigenen Seele Einlaß finden – und der notwendige Schlüssel dazu ist die Stille, das regelmäßig und ausdrücklich geübte Schweigen. Ohne dieses Schweigen bleibt uns die innere Welt vollkommen fremd, ja wir vergessen sogar darauf, daß wir eine Seele haben. Dieses Vergessen hat sich inzwischen bei den meisten Zeitgenossen zu der zumindest praktischen Leugnung erhärtet, daß es überhaupt eine Seele, eine inwendige, geistige Welt gibt.

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Von der segenspendenden Kraft des Weihwassers

In der „guten alten Zeit“ war das alltägliche Leben noch viel mehr geprägt von Segensgesten und Segensgebeten. Unsere Vorfahren wußten noch, daß die Glaubenswirklichkeit etwas Lebendiges ist und daß es deshalb von uns abhängt, ob die Gnade unser Heim, unseren Arbeitsplatz, unser Dorf, unsere Stadt oder unser Land verwandelnd erfüllt und im Geiste Christi prägt. Je mehr die Menschen lau werden, je mehr sie ihren Glauben aufgeben, desto mehr geht die Gnade verloren – und mit ihr der göttliche Segen! Der glaubenslose Mensch hat kein Gespür mehr für die übernatürliche Welt, das Fehlen des göttlichen Segens ängstigt ihn nicht mehr, weshalb er jedoch in viele andere Ängste hineingezogen wird, die man früher nicht kannte. Durch das moderne ganz naturwissenschaftlich geprägte Denken erscheint die Natur als in sich neutral, da sie einfach nur den Naturgesetzen zu folgen, also keinen anderen Einflüssen zu unterliegen scheint. Aber jeder Katholik sollte wissen, diese Betrachtungsweise ist verkürzt – und darum letztlich falsch, weil sie das Wichtigste außer Acht läßt, nämlich Segen und Fluch. Beides wirkt genauso in unserer Menschenwelt wie die Naturkräfte in der Natur. Aufgrund der göttlichen Offenbarung wissen wir: Konkret gibt es einen ständigen Kampf zwischen beiden, jeder Mensch muß letztlich wählen, ob er durch sein Tun und Lassen Segen oder Fluch ernten will.

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Piius X. - Papst, Heiliger und Prophet

Durch das Fest des hl. Papstes Pius X. werden wir jedes Jahr an diesen großen Antimodernisten erinnert, wodurch uns ebenfalls in Erinnerung gerufen wird, daß jeder wahre Katholik selbstverständlich immer auch ein Antimodernist ist. Sobald man diesen letzten heiliggesprochenen Papst nur etwas genauer betrachtet, könnte man ganz wehmütig werden – und man wünscht sich sehnsüchtig: Wenn wir heute einen solchen Mann in Rom hätten! Nicht nur einen echten Papst, was schon eine unbeschreibliche Wohltat wäre, sondern zudem einen Heiligen, einen Propheten, einen glühenden Freund der göttlichen Wahrheit. Sein erstes Apostolisches Rundschreiben „E supremi apostolatus“ vom 4. Oktober 1903 beginnt Pius X. mit den Worten:

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Der heilige Bartholomäus

Es war sicherlich immer schon nicht leicht gewesen, die katholische Kirche als das zu begreifen, was sie tatsächlich ist, eine übernatürliche Gemeinschaft. In dem derzeitigen Chaos scheint es fast unmöglich, diese eigentliche Wirklichkeit im Blick zu behalten und sie trotz des aktuellen Erscheinungsbildes glaubend zu bewahren. Die allermeisten Katholiken sind in den letzten Jahrzehnten von ihrem Glauben abgefallen und haben sich der während des sog. 2. Vatikanums gegründeten Menschenmachwerkskirche angeschlossen, weil sie schon lange das geheimnisvolle, göttliche Wesen ihrer Kirche nicht mehr begriffen. Der hl. Paulus schreibt im Epheserbrief über das Sakrament der Ehe: „Dieses Geheimnis ist groß; ich meine es aber in seiner Beziehung zu Christus und zur Kirche“ (Eph. 5, 32). Wenn also schon das Geheimnis der Ehe groß ist, um wie viel mehr dann erst das Geheimnis der Kirche, dessen Abbild die Ehe nur ist!

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