Das Fest der Himmelfahrt Mariens nimmt uns hinein in den Jubel der himmlischen Heere beim Einzug der allerseligsten Jungfrau in den Himmel. Damit wir diesen Jubel einigermaßen begreifen können, wollen wir wenigstens zwei Seiten des Festgeheimnisses ein wenig erwägen. Die eine Seite, an die man eher selten denkt, ist der „Tod“ Mariens – wobei man bei Maria im eigentlichen Sinne gar nicht von einem Tod sprechen kann, keinen Tod wie bei allen anderen Menschen. Darum sprechen viele Väter nicht vom Tod Mariens, sondern von ihrer Entschlafung. Ganz sanft ist Maria in die Ewigkeit hinübergegangen, ohne jeglichen Todeskampf, ohne irgendwelche Seelennot. …
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Es gibt unterschiedliche Menschen, es gibt unterschiedliche Charaktere, es gibt unterschiedliche Begabungen – und es gibt unterschiedliche Seelenhaltungen. Das lehren uns die heutige Lesung und das Gleichnis des hl. Evangeliums vom Pharisäer und Zöllner. Dieses hl. Evangelium ist ein so eindrückliches Gleichnis über die rechte Seelenhaltung, eine so innige Mahnung, sich nicht „selbst zu erhöhen“: „Denn ein jeder, der sich selbst erhöht, wie erniedrigt werden und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“ Je mehr man sich jedoch in das Gleichnis hineindenkt, desto größer werden die Zweifel darüber, ob dieses Gleichnis auch noch den modernen Menschen beschreibt, bzw. den modernen …
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Seit Jahrzehnten begegnet man im öffentlichen Leben, wenn man über den Glauben und die Kirche spricht, einem Wort, das durch den allzu häufigen Gebrauch seines Inhaltes fast völlig entleert ist: das Wort „Kirchenkrise“. Schon die recht unterschiedliche bis widersprüchliche Verwendung dieses Wortes zeigt, daß man zwar viel über das Phänomen spricht, aber wenig davon versteht. Während die einen scharfmachen, indem sie von einer nie dagewesenen, alles Vergangene weit übertreffenden Krise sprechen, verharmlosen die anderen den Sachverhalt so sehr, daß für sie die Kirchenkrise nur ein Gesundschrumpfen bedeutet. Wobei jeder unvoreingenommene Beobachter sofort einwenden wird: Schrumpfen schon, aber gesund sicherlich nicht. …
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Der 7. Sonntag nach Pfingsten ist für den Prediger jeweils eine Herausforderung, denn wer predigt schon gern über falsche Propheten? Es ist doch viel schöner, über wahre Propheten zu sprechen als über Wölfe im Schafspelz! Und noch viel schöner wäre es, wenn der Prediger seinen Zuhörern einfach sagen könnte: Gehen Sie da hin und dorthin, dort finden sie einen echten Propheten, einen Mann, der Ihnen Gottes Wort verkündet. Heutzutage kann man das ganz und gar vergessen, leben wir doch in einer prophetenlosen Zeit – natürlich nur, wenn es um die echten Propheten geht, falsche Propheten gibt es schließlich übergenügend. Es …
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Als ein Beispiel für echte und heilige Reformatoren haben wir begonnen, uns das Leben des heiligen Karl Borromäus anzusehen. Diese wertvolle Vita soll uns im folgenden weiter beschäftigen. Borromäus‘ Lieblingsorte: Loreto und Einsiedeln Unter den zahlreichen marianischen Wallfahrtsorten schätzte der heilige Mailänder Erzbischof besonders Maria Einsiedeln in der Schweiz und Loreto. Im Heiligen Haus von Loreto brachte der Heilige mehrmals eine ganze Nacht im Gebet zu. In einem Brief an den mit ihm verwandten Kardinal Marcus Sitticus von Hohenems schrieb Carl Borromeo einmal über die Schwarze Muttergottes von Einsiedeln: „Das Heiligtum von Einsiedeln hat mich mit Freude erfüllt. Ich versichere …
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