Fußnotentheologen - 1. Teil

Der moderne Mensch der westlichen Welt fällt besonders durch seinen Subjektivismus auf. An sich werden wir Menschen seit der Erbsünde sowieso schon ständig dazu versucht, uns eine Welt nach unserem eigenem Gustus zusammenzureimen, also die Welt nicht so zu sehen, wie sie wirklich ist, sondern so, wie wir sie gerne hätten, dennoch wurde diese Neigung in den letzten Jahrhunderten nochmals vehement dadurch verstärkt, daß man den Menschen ständig einredete, sie wären nicht einfach nur frei, sondern vollkommen frei, weshalb jegliche Bindung sogar schädlich sei und letztlich immer eine Unterdrückung. Seitdem der Mensch auf diese Weise durch eine ganze Reihe von …

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Die Schlangenzertreterin

I „Gaude, Maria Virgo: cunctas haereses sola interemisti in universo mundo. - Freue dich, Jungfrau Maria, du allein hast alle Häresien in der ganzen Welt überwunden.“ So betet die Kirche in der dritten Nachtstunde der Muttergottesfeste. Der Teufel ist der „Vater der Lüge“ und Urheber von Irrtum und Häresie. Schon im Paradies lehrte er Adam und Eva die erste Häresie, indem er der Offenbarung Gottes direkt widersprach: „Keineswegs werdet ihr sterben“, und seinen Irrtum an deren Stelle setzte: „Ihr werdet sein wie Götter“. Die allerseligste Jungfrau ist die Schlangenzertreterin, sie zerstört alle seine Irrlehren und Häresien. II Die Grundhäresie des …

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Die Starwissenschaftler

1. Galileo Galilei Sobald irgendwo das Thema Kirche und (Natur-)Wissenschaft angesprochen wird, wird sicherlich der Name Galilei fallen und sofort auf den „Fall Galilei“ verwiesen werden. Die mehr oder weniger offene Behauptung, die sich hinter dieser Erwähnung Galileis verbirgt, ist, die Kirche sei ganz besonders im finsteren Mittelalter, aber im Grunde immer schon wissenschaftsfeindlich gewesen, weil ihr allezeit daran lag, die Leute dumm zu halten, weshalb sie diese von einem Wissen, das ihr gefährlich werde könnte, versuchte, soweit wie möglich abzuhalten. Dieses Märchen hatte man in Laufe der letzten zwei Jahrhunderte von kirchenfeindlicher Seite so oft wiederholt, daß es auch …

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Vergessenes Dogma

1. Unsere papstlose Zeit bringt es mit sich, daß die Gläubigen schutzlos Irrlehren gegenüberstehen, bisweilen solchen, die eigentlich schon lange als geklärt und abgetan gelten sollten. Der Ausfall der Autoritäten hat sie verunsichert, sie trauen im Grunde nur noch ihrem eigenen Urteil, und so fallen sie auf manche Irrtümer herein, vor allem, wenn diese ihnen recht „streng katholisch“ erscheinen. Der Modernismus hat alles aufgeweicht, darum sucht man wieder nach Konturen, und je schärfer die Konturen, desto „katholischer“. 2. Ein solcher Irrtum, welcher derzeit bevorzugt in „Sedisvakantisten“-Kreisen fröhlich Urständ feiert, ist der der „Feeneyiten“. Er geht zurück auf Leonard Feeney (1897 …

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Das deutsche Kirchenlied

1. Gerne wird Dr. Martin Luther als Begründer der deutschen Sprache gefeiert, als erster deutscher Bibelübersetzer wie auch als Erfinder des deutschen Kirchenliedes. Daß all das ein Mythos ist, wird von ernsthaften Forschern heute kaum noch bestritten. Allerdings hat er es verstanden, die deutsche Sprache (bzw. die damalige chursächsische Kanzleisprache) in ganz eigener Weise seinen Zwecken dienstbar zu machen und mit ihrer Hilfe durch seine Bibelübersetzung und seine Kirchenlieder seinen „neuen Glauben“ geschickt auszubreiten. 2. In einem Artikel mit dem Titel „Ein neues Lied. Singen als Motor der Reformation“ schreibt Andreas Hilger, Luther habe im Jahr 1523 „an Georg Spalatin, …

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