Liturgiekrieg

Nicht nur in der Ukraine, nein, auch in Tradiland herrscht Krieg. Ein „Liturgiekrieg“! Der Bösewicht ist hier nicht Putin, sondern Bergoglio. „Jüngstes Opfer des bergoglianischen Liturgiekrieges“, der vor einem Jahr mit „Traditionis Custodes“ gestartet wurde, ist nach Auskunft unseres lieben Tradi-Blogs „Summorum Pontificum“ der „Prior“ eines „Benediktiner-Klosters“ in Frankreich. Dieser hatte sich zusammen mit einem „Mitbruder“ geheim und gegen das Verbot des immerhin tradi-freundlichen „Diözesanbischofs“ zum Priester weihen lassen, woraufhin dieser - zweifellos auf Druck „Roms“ - „die beiden Neupriester suspendiert“ und die „Benediktiner“-Gemeinschaft für aufgelöst erklärt hat. (Was die frommen „Mönche“ nicht weiter stört. Sie wollen trotzdem weitermachen, zumal das „Kloster“ in ihrem Besitz ist und der „Bischof“ ihnen da gar nichts kann.)

Den neuesten Schlag gegen die Tradis führte in diesem „Krieg“ der Chicagoer „Kardinal“ Cupich, der dem „Christkönigsinstitut“ in seiner „Diözese“ den Garaus machen will. Ab 1. August sollen die „Christkönigs“-Priester dort nicht mehr „im überlieferten Ritus zelebrieren“ dürfen, und ab demselben Datum ist ihnen „die Erlaubnis zum Beichthören entzogen“. Daß sie darauf ebenso ungerührt und gelassen reagieren wie die französischen „Benediktiner“, ist kaum zu erwarten. Denn das „Christkönigsinstitut“ ist viel größer und weiter verbreitet und hat viel mehr zu verlieren.

Nun währt dieser „Krieg“ jedoch - und das wird manchen Tradi überraschen - nicht erst seit Bergoglio, sondern ist viel älter, und er ist - wie fast alle Kriege - völlig unnötig, sinn- und aussichtslos. Begonnen hat er vor gut sechzig Jahren mit der Erklärung „Sacrosanctum Concilium“ der „II. Vatikanums“. Damals etablierten die Modernisten ihre „Liturgiereform“ und mit ihr und in deren Gefolge ihre ganze neue „Kirche“. Daß dies wirklich eine neue „Kirche“ war mit einer neuen „Liturgie“, und nicht etwa nur eine etwas mißglückte „Reform“ der „alten“, haben die meisten Tradis bis heute nicht begriffen - obwohl die Neuerer an Klarheit nichts zu wünschen ließen. Zuletzt hat es Bergoglio noch einmal klar und deutlich gesagt: Einziger Ausdruck der „lex orandi“ der „neuen Kirche“ ist der „neue Ritus“. (Aber das gilt bei den Tradis nichts, und wer darauf hinweist, ist ein übler „Bergoglio-Versteher“.)

Statt der „neuen Kirche“ mit ihrer „neuen Liturgie“ den Rücken zu kehren, sie als Ganze abzulehnen und zu bekämpfen, versuchten die Tradis um jeden Preis, in dieser „neuen Kirche“ zu bleiben und in ihr ihre „alte Kirche“ und ihre „alte Liturgie“ soweit wie möglich zu behalten und weiter zu pflegen. Da beide - „neue Kirche“ und „neue Liturgie“ auf der einen Seite und „alte Kirche“ und „alte Liturgie“ auf der anderen Seite - jedoch völlig unvereinbar sind, wie eben katholisch und akatholisch sich gegenseitig notwendig ausschließen müssen, kam es zu ihrem „liturgischen Krieg“. Die akatholische „neue Kirche“ mit ihrer neuen „lex credendi“ und „lex orandi“ war von Natur aus Feind der „alten Liturgie“, da diese sie mit ihrer „alten“, katholischen „lex credendi“ und „lex orandi“ in ihrer Existenz bedrohte. Die Tradis ihrerseits lehnten die neue „lex credendi“ und „lex orandi“ zwar im Grunde ab, waren aber zumeist zu Zugeständnissen und Kompromissen bereit, solange man ihnen nur ihre „alte Messe“ ließ. Die Tradis wollten also - unlogischerweise - mit ihrer „alten Messe“ an Bord der „neuen Kirche“ bleiben, während die Neuerer sie - konsequenterweise - von dort vertreiben wollten. Darum tobte der „Krieg“.

Dieser „Krieg“ kannte heiße und weniger heiße Phasen. Unter Montini waren die Kämpfe erbittert und heftig, Wojtyla ließ mit seinem „Indult“ ein wenig die Luft heraus und versuchte mit „Ecclesia Dei“, die Tradis zu spalten und den „harten Kern“ zu isolieren und ins Abseits zu stellen. Ratzinger betrieb eine Entspannungspolitik und war bestrebt, die Tradis zu integrieren, sie auf diese Weise unschädlich zu machen und allmählich zu assimilieren. Dazu mußte er freilich einige Verrenkungen machen und unmögliche, unhaltbare Thesen in den Raum stellen wie die von den „beiden Formen des einen römischen Ritus“, die den Tradis in ihrer Dummheit schmeichelten, den Neuerern aber gar nicht gefielen. Bergoglio schaltete daher wieder auf die gerade und harte Linie der frühen Tage um, und die Tradis wachten aus ihren rosaroten Träumen auf und mußten feststellen, daß immer noch „Krieg“ ist.

Der „Liturgiekrieg“ ist für die Tradis nicht zu gewinnen. Er wird erst beendet sein, wenn sie entweder ganz in der „Konziliaren Kirche“ mit ihrer „neuen Messe“ aufgegangen sind, oder wenn sie gänzlich aus ihr verschwunden sein werden. In letzterem Fall begrüßen wir sie herzlich in der - derzeit leider papstlosen - „Kirche in der Zerstreuung“, dem Feldlager der wahren Kämpfer gegen jene falsche „Kirche“, jene „Buhlerin Babylon“, die sich lästerlich an die Stelle der wahren Braut Christi gesetzt hat, um die Seelen desto sicherer zum Abfall von Gott zu bringen. Nur dieser Kampf hat einen Sinn, nur diesen Kämpfern ist Aussicht auf Erfolg gegeben, ja ihnen ist der sichere Sieg verheißen.