Angriff auf Priestertum

Einen „Angriff auf das sakramentale Priestertum durch einen katholischen Exegeten“ argwöhnt „kath.net“ neuerdings ausgemacht zu haben. Demnach hat „der emeritierte Neutestamentler Martin Ebner beim Linzer Bibelwerk“ behauptet, die „frühe Kirche habe nur das allgemeine Priestertum aller Gläubigen gekannt“ und die „Eucharistie sei ein Gedächtnismahl, bei dem alle gleich zu behandeln seien“.

Wir können diesen Argwohn entkräften. Der „Angriff auf das sakramentale Priestertum“ ist längst siegreich erfolgt, allerdings nicht nur „durch einen katholischen Exegeten“, sondern duch ein „Pastoralkonzil“ der Menschenmachwerkskirche, das sog. „II. Vatikanum“. Dort wurde die „tätige Teilnahme“ der Gläubigen an den liturgischen Feiern eingefordert, „wie sie das Wesen der Liturgie selbst verlangt und zu der das christliche Volk, ‚das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum […]‘ kraft der Taufe berechtigt und verpflichtet ist“ (SC 14). Darum wurde aus der Messe ein „Herrenmahl“, bei dem sich das „Volk Gottes“ unter dem „Vorsitz des Priesters versammelt, um das Gedächtnis des Herrn zu feiern“ (Art. 7 der „Institutio generalis“ des „Novus Ordo Missae“ in ihrer ursprünglichen Form). Folgerichtig hat man auch das Weihesakrament „neu“ gefaßt, sodaß es unwirksam wurde und die „Priester“ tatsächlich nur Laien sind, denen lediglich eine „Vorsteher“-Rolle zukommt (ähnlich wie bei den protestantischen Pastoren). Herr Ebner sagt nichts anderes, ist also ganz „lehramtstreu“ und steht fest auf dem Boden des „II. Vatikanums“ und seiner „Tradition“.