Letzter traditioneller Katholikentag

„Stuttgart könnte der letzte traditionelle Katholikentag gewesen sein“, warnt Regina Einig von der „Tagespost“. „Traditioneller Katholikentag“? Was war da „traditionell“? Was „katholisch“? Laut Emanuela Sutter, ebenfalls „Tagespost“, bildete dieser „Katholikentag“ die „Gräben ab, die die katholische Jugend durchziehen“. Auf der einen Seite stünden die „Jugendverbände“, bei deren Veranstaltungen man - wollte man das „Label ‚katholisch‘“ weglassen - meinen könnte, „bei einer linken Parteisitzung zu sein“. Hingegen: „Lehramtstreue, eher konservativ eingestellte junge Menschen fühlen sich am Katholikentag fehl am Platz.“ Ach! Und das ist also „traditionell katholisch“?

„Doch wie kann der Graben, der zwischen der aktivistischen Verbandsjugend und den lehramtstreuen Katholiken oder jenen aus geistlichen Gemeinschaften, den der Katholikentag deutlich macht, überwunden werden?“, fragt sich Frau Sutter. Der „zum neuen Jugendbischof gewählte Weihbischof Johannes Wübbe“ bedauert, „dass sich wertkonservative, lehramtstreue junge Menschen am Katholikentag oft ausgeschlossen fühlen“, zeigt sich jedoch „davon überzeugt, dass Einigkeit gelingen kann, wenn die unterschiedlichen Gruppierungen durch ‚theologische Diskussion, Gebet und Heiligen Geist‘ um das ringen, ‚was die katholische Kirche nach vorne bringt‘“. Der „ehemalige Jugendbischof Stefan Oster SDB“ hingegen fordert die „lehramtstreuen jungen Menschen auf, ‚die Polarisierung nicht zu verschärfen‘“. Gemäß der „Hermeneutik des Wohlwollens“ müsse man sich fragen: „Glaube ich, dass die, die nicht so denken wie ich, auch etwas Gutes für die Kirche wollen?“, so der „Bischof“. Man solle aus dem „jeweils anderen“ nicht „das klischeehafte Feindbild“ machen.

„Oster ist jedoch wenig optimistisch, dass eine echte Zusammenarbeit zwischen den beiden Gruppierungen zustande kommen wird“, berichtet Frau Sutter und zitiert „Bischof“ Oster mit den Worten: „Das versuchen wir seit vielen Jahren, auch in meinem Bistum.“ Oster treibe „die Frage um, ob hinter der Schwierigkeit, in eine Einheit zu kommen, ein tiefer liegendes, fundamentales Problem stecke“, doch habe er dafür „keine endgültige Antwort“, sondern „nur eine Ahnung“, „die er allerdings nicht öffentlich äußern möchte“. „Wenn Parteien es schaffen, Koalitionen zu schließen und sich auf Kompromisse zu einigen, warum nicht die katholischen Jugendlichen?“, sinniert Emanuela Sutter. „Dialog wird kaum möglich sein, da das Fundament dieser Gruppen ein grundlegend anderes ist“, meint sie. „Solange die gemeinsame Basis nicht die Bekehrung und die ehrliche Nachfolge Christi ist, kommt Zusammenarbeit einer Unmöglichkeit nahe.“

Ein bißchen mehr als „nur eine Ahnung“ sollte ein „Bischof“ schon haben von dem „itef liegenden, fundamentalen Problem“, das die „Einheit“ verhindert. Das „Fundament“ der Kirche und ihrer Einheit ist nun einmal der Fels Petri, der Papst. Auf diesem Fundament befindet sich nur, wer „lehramtstreu“ ist. „Lehramtstreu“ und „katholisch“ sind Synonyme. „Nicht-lehramtstreue Katholiken“ sind „nicht-katholische Katholiken“, ein Widerspruch in sich. Die Einheit wäre nur herzustellen, indem alle wieder „lehramtstreu“, also katholisch würden. Dabei wäre die Frage zu stellen, wie „lehramtstreu“ die angeblich „lehramtstreuen Katholiken“ von heute wirklich sind. Halten sie sich an das „Lehramt“ ihres „Papstes Franzsiskus“ mit seiner „Synodalen Kirche“ und seiner „Liebesfreud‘“? Oder ist die „aktivistische Verbandsjugend“ ihrem „Papst“ da nicht viel näher - auch wenn der „BDKJ“ ein Plakat aufgehängt hatte mit der Aufschrift: „Bei uns entscheidet die Demokratie und nicht der Papst“? Verläuft der „Graben“ vielleicht nur zwischen „eher konservativ“ und „auch progressiv“, wobei es beide Seiten mit der „Lehramtstreue“ nicht wirklich ernst meinen? Nein, erst wenn durch einen wahren katholischen Papst, auf den alle hören und dem alle folgen, die „Basis“ wiederhergestellt ist, kann die Einheit gelingen. Denn „lehramtstreu“ kann man nur sein, wenn auch ein echtes Lehramt da ist.

Wäre ja schön, wenn dies der „letzte traditionelle Katholikentag“ gewesen wäre in der „Tradition“ der Pseudo-„Katholiken“ der Menschenmachwerkskirche mit ihren eingefahrenen „konziliaren“ Grabenkämpfen zwischen „progressiv“ und „konservativ“ und ihren „klischeehaften Feindbildern“. Das gäbe die Hoffnung auf einen baldigen echten Katholikentag, auf dem die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche wieder in Erscheinung tritt mit ihrer übernatürlichen Einheit im wahren Glauben, der göttlichen Liturgie und der heiligen Leitung. Das wäre es, was die katholische Kirche wirklich „nach vorne bringt“ und worum wir durch Gebet zum Heiligen Geist „ringen“ sollten, ja müssen.